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PRESSEBERICHTE
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ESSLINGER ZEITUNG - Eritrea bleibt von Hunger und Dürre verschont

Andere Lage als in Somalia oder Äthiopien – Land im Osten Afrikas bittet nicht um Hilfe und ist deshalb Vorwürfen ausgesetzt

Von Martin Zimmermann

Berak – Dunkle Wolken ziehen am Horizont auf. Wenige Minuten spä- ter setzt starker Regen ein. „Das ist gut“, sagt der Bauer ogbe Aferom, „wenn es noch einige Wochen so weiterregnet, werden wir eine gute Ernte haben.“ Auch in anderen tei- len des landes regnete es ausgiebig – selbst in der Region um die Stadt keren, die zu den niederschlagärm- sten Gebieten Eritreas zählt. Von Hungersnot, sterbenden Viehherden und hungernden Menschen ist in dem land am Horn von Afrika nichts zu sehen. im Gegensatz zu Äthiopien und Somalia.

Die Eindrücke in Eritrea passen nicht in das Bild, das derzeit vom Horn von Afrika in die deutschen Wohn- stuben gesendet wird. Annähernd ei- ne Million Menschen sind in Soma- lia vor einer verheerenden Dürre auf der Flucht und versuchen die retten- den lager in kenia und Äthiopien zu erreichen. Allein im kriegsgebeu- telten Somalia werden eine halbe Million kinder sterben, wenn nicht bald ausreichend Hilfe kommt, schätzt die Welthungerhilfe. Auch Äthiopien bittet um Hungerhilfe. Nur Eritrea nicht. Dafür muss das land schwere kritik einstecken.

in Eritreas Hauptstadt Asmara re- agiert Präsidentenberater Yemane Ghebreab erstaunt auf Berichte, die eritreische Regierung würde eine Hungersnot im land verleugnen. An- fang August hatte die Gesellschaft für bedrohte Völker (gfbv) erklärt: „Es beunruhigt uns sehr, dass Erit- reas Behörden nicht um Nothilfe aus dem Ausland bitten. Wir erinnern daran, dass eine Regierung, die wie in Nordkorea die eigene Bevölke- rung aus politischen Gründen be- wusst verhungern lässt, Verbrechen gegen die Menschlichkeit begeht.“ Satellitenbilder und Berichte von Flüchtlingen würden darauf hindeu- ten, dass Eritrea von einer ähnlichen Dürre betroffen sei wie die Nachbar- länder, wird die harsche kritik be- gründet. Die Fakten vor ort zeigen das Gegenteil – eine Hungersnot lässt sich nicht verstecken.

Regierung spricht von Verleumdung

Der deutsche Botschafter in Eritrea, klaus Peter Schick, teilt die Einschät- zung, dass es keine akute Hungers- not gibt. Ghebreab sieht Eritrea ei- ner Verleumdungskampagne ausge- setzt. Erst jüngst hatte auch Susan Rice, US-Entsandte bei der UNo von einer „versteckten Hungersnot in Eritrea“ gesprochen. Der Präsiden- tenberater weist dies zurück „2010 hatten wir eine sehr gute Ernte. Wir haben Reserven aufgebaut, um für den Notfall gerüstet zu sein“, betont er und fügt hinzu: Wenn es zu einer Notsituation komme, die das land nicht lösen könne, werde man sich

Hilfsorganisationen wenden. in den vergangenen 20 Jahren wurden in Eritrea Berge terrassiert, um Regen- wasser zurückzuhalten und die Ero- sion zu stoppen. Hunderte Mikro- dämme und tausende Rückhaltebe- cken wurden gebaut. Das Wasser- management ermöglicht im tiefland über große Staudämme und durch Bewässerung den Anbau von Getrei- de und Gemüse. Wo die italienischen kolonialherren einst Baumwolle an- bauten, sind Farmen entstanden, die Nahrungsmittel produzieren.

Ganz anders läuft es in Äthiopien. Dort ist der Hunger auch hausge- macht: Während die Regierung um lebensmittelhilfe bittet, nimmt der Ausverkauf an Ackerland dramati- sche Formen an. in den kommenden Jahren sollen drei Millionen Hektar land an ausländische investoren ver- pachtet werden. 800 000 Hektar land wurden schon an ausländische Pächter vergeben – die kleinbauern zwangsumgesiedelt. Angebaut wer- den Baumwolle, Energiesaaten für Biodiesel und selbst Reis. An vor- derster Stelle stehen indische und saudi-arabische Unternehmen, chi- nesische investoren und deutsche Unternehmen sind mit von der Par- tie. Äthiopiens Regierung verkauft die Ernährungsgrundlage des eige- nen Volkes – und kann sich anschei- nend in Sicherheit wiegen, dass in- ternationale Hungerhilfe und Ent- wicklungshilfe weiterhin fließen.

Hunderte Mikrodämme halten in Eritrea regenwasser zurück. sie ermöglichen Bewässerung und den Anbau von nahrungsmitteln.

Medcare for People in Eritrea e.V.

Vorsitzender:

Prof. Dr. med. Eberhard Stennert

Geibelstraße 29-31

D - 50931 Köln
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