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Handwerker-Einsatz in Asmara vom 04.01.2017 bis 14.01.2017

Reisebericht


Einsatz in Asmara vom 04.01.2017 bis 14.01.2017
Zweck der Reise:
Fortsetzung der Umbaumaßnahmen am neuen OP-Zentrum der HNO-Klinik in Asmara.
Entladen von zwei Containern, die u.a. das Kunstharz für den Boden, die OP-Schiebetüren, OP-Leuchten, und Deckenmikroskope enthalten.

Teilnehmer (v.links): Gotthard Kluger, Burkhard Müller, Ulrich Markmiller, Felix Walter (kniend),
Norbert Kessler, Jens Schwarzrock, Jan Sauer (kniend), Charly Seibert, Manfred Haines,
Helmuth Fuchs, Werner Piroth, Willibald Hennrich

Unsere Handwerkertruppe ist seit 3 Tagen vor Ort um den 3. Bauabschnitt der neuen HNO-Klinik in Asmara , den Umbau eines Gebäudes aus der italienischen Kolonialzeit zum künftigen OP-Zentrum, voranzubringen.
In der Sonne ist es angenehm warm, die Luft aber ist jetzt im Januar noch sehr kühl und kühl ist es wegen der dicken Wände insbesondere auch im Inneren unserer Baustelle. Man muß aufpassen, die richtige Kleidung zu wählen

Wie immer sind wir im Hotel Embasoira untergekommen, das uns allmählich zu einer zweiten Heimat geworden ist.


Aus organisatorischen Gründen kann ich erst am 07.01.2017 nachkommen.
Der Zufall will es, daß ich in Frankfurt am Gate Herrn Dr. Zimmer treffe, den deutschen Botschafter in Eritrea, der mit der gleichen Maschine nach Asmara fliegt.Wir können es arrangieren, daß wir nebeneinander sitzen und haben so genügend Zeit uns in Ruhe zu unterhalten und zu besprechen. Eines der Themen ist die nach Fertigstellung der Klinik geplante feierliche Eröffnungszeremonie.
Wie vereinbart haben unsere eritreischen Partner unter Supervision von Chefingenieur Nirayo Bimnet bereits phantastische Vorarbeit geleistet.
Sie haben die Türausschnitte für die OP-Türen erweitert, Wände entfernt, Fensterausschnitte verkleinert, aber auch die alten Bodenfliesen entfernt und auf ganzer Fläche einen neuen Estrich verlegt und vieles andere mehr.



Alle für unsere jetzige Aktion benötigten Baumaterialien sind bereits vor Ort. Wir können sofort loslegen.
Jens ist unser Sanitär-Fachmann, aber auf Grund seiner genauen Kenntnisse der Planung und Finanzierung des Projektes und durch seine natürliche Autorität, auch unser Bauleiter.
Charly ist gelernter Fenster- und Metallbauer, hat jahrzehntelange Erfahrung auf dem Bau, ist Ansprechpartner in allen technischen Fragen und ist ein Improvisationgenie.
Die Deckenhöhe in dem 90 Jahre alten Gebäude beträgt 5,5 Meter und muß auf 2,8 Meter abgehängt werden.
Felix unser Trockenbauer ist ein absoluter Profi und mit Hilfe von Manfred und Gotthard wird die komplette Metallkonstruktion zur Befestigung der Rigips-Platten in nur zwei Tagen montiert. Für die Elektro- und Wasserinstallation sind Jan und Jens zuständig.


Nachdem zuvor alle oberhalb der Decke geführten Leitungen verlegt worden sind, kann die Decke Raum für Raum geschlossen werden.
Die Gasversorgung des OP-Zentrums und des Bettenhauses geschieht in enger Verbindung und Kooperation mit dem unmittelbar benachbarten Kinder-Herzzentrum IOCCA unserer großen Schwester-Organisation Archemed. Christian Herzberg ist eine volle Woche mit der Verlegung der Gasleitungen beschäftigt.
Parallel zu den Deckenarbeiten erledigen Helmut und Willibald mit gewohnter Präzision die Fliesenarbeiten in den Nassbereichen sowie die Montage der Toiletten- und Waschbecken-Halterungen.

Burkhard und Norbert sind Allrounder und überall einsetzbar.

Es würde zu weit führen, alle Arbeiten im Detail aufzulisten, die unser Team in gewohnter Qualität erledigt. Die beigefügten Fotos sprechen für sich..

Neben den Arbeiten im Inneren des Gebäudes haben wir zwei leere, nahe der Klinik deponierte Container zu einem abschließbaren Lager für Werkzeuge und Baumaterial ausgebaut. Die Container werden sogar geerdet !
Werner ist der geborene Lagerist.

Last but not least haben unsere eritreischen Helfer unter Nirayos Leitung mit der Renovierung der Aussenanlagen begonnen. Die Dachrinnen müssen gereinigt und befestigt
und von den Abflussrohren die zig-Jahre alte Farbe entfernt werden.
Die Fassade soll in neuer Farbe erstrahlen, den Sockel aus massiven Granitsteinen wollen
wir mit dem Hochdruckreiniger abstrahlen.


Alles in Allem konnten wir die für diesen Einsatz geplanten Baumaßnahmen, weitgehend erledigen.

Am Tag vor unserer Abreise kommt doch noch einer der beiden erwarteten Container an.
Dieser Container unserer Schwester-Organisation ArcheMed enthält auch zwei Elektroverteiler und die entsprechenden Kabel für uns.

Das schweren Verteiler werden mit dem Stapler entladen und in unserm Magazin sicher deponiert. Sie können erst beim nächsten Einsatz montiert werden.

Ein besonderes Problem besteht darin, daß unser Container mit den OP-Schiebetüren,
den OP-Mikroskopen, und OP-Leuchten, aber auch der Kunstharz-Masse für den Boden des OP-Zentrums, erst nach unserer Abreise eintreffen wird.
Da dieses Material nicht längere Zeit im Container in der Sonne Afrikas stehen sollte, müssen zwei unserer Leute für 3-4 Tage extra zum Entladen nochmals nach Asmara fliegen.
Wenn alles ganz besonders gut läuft, kann vielleicht eine der OP-Schiebetüren bei dieser Gelegenheit eingebaut werden.
Am Tag vor unserer Rückreise habe ich noch einen Termin bei Gesundheitsministerin Amina, bei dem es u.a. um die Unterschrift der Ministerin unter einen Kooperationsvertrag mit der eritreischen Regierung geht.
Am Ende des Gesprächs, an dem auch Dr. Goitom, Dir. of Clinical Services und Dr. Ghirmai, Head of International Corporation, teilnehmen, können wir noch einen Erfolg verbuchen, mit dem wir nicht gerechnet haben.
Auf die direkt vorgetragene Bitte, junge Ärzte im Fach Hals- Nasen-Ohrenheilkunde ausbilden zu dürfen, wurde uns von der Ministerin, Dr.Goitom und Dr. Ghirmai ausdrücklich volle Unterstützung zugesagt und die Erwartung ausgedrückt, daß wir rasch und nachhaltig damit beginnen.
Nach 10 Tagen harter Arbeit gönnen wir uns am letzten Nachmittag etwas Ruhe und einen Ausflug in die Berge. Bei einer Rast wird für uns die traditionelle Kaffezeremonie zelebriert und zu dem köstlichen und aromatischen Kaffee frisch gebackenes Brot und Honig serviert.


Am Abend sind wir noch von der Ministerin zum Dinner eingeladen, bevor am nächsten Morgen um 04:10 die Egyptair Maschine startet und uns zurück ins winterlich kalte Deutschland bringt.


Kurzeinsatz in Asmara 28.01. 01.02.2017

Teilnehmer: Charly Seibert und Ulrich Markmiller
Reisezweck: Erledigung der bei der Reise Anfang Januar 2017 nicht erreichten Ziele :
1. der verspätet eingetroffene Container soll entladen werden.
Wenn möglich wollen wir eine der großen OP-Schiebetüren einbauen.
  1. bei der Deutschen Botschaft und bei Gesundheitsministerin sind wichtige Papiere auszutauschen und unterschriebene Verträge abzuholen.

28.Januar 2017
Wir fliegen wieder mi Egyptair. Flieger, Service und Flug sind ok, aber 4 Stunden Zwischenstop in Kairo mit 2x Sicherheitscheck innerhalb der Transitzone sind einfach ätzend und sehr ermüdend. Dennoch besser so als zu lasch.
Bei der Ankunft In Asmara geht es diesmal erstaunlich rasch. Yared bringt uns zum Hotel. Nach der herzlichen Begrüßung durch die „Nachtschicht“ nehmen wir entspannt noch einen Absacker.
Um 05:00 Uhr ist schließlich Nachtruhe.

Sonntag 29.Januar.

Nach dem Frühstück um 10.00 Uhr geniessen wir die 20 Minuten Fußweg zur Klinik in der schon warmen Morgensonne, die die kühle Nachtluft doch noch nicht ganz vertreiben kann.

Yared hatte uns schon bei der Ankunft am Flughafen berichtet, daß die Arbeiten auf der Baustelle in den letzten zwei Wochen gut vorangekommen sind, er hat nicht übertrieben.
Das Gebäude ist aussen bereits komplett saniert und neu gestrichen, die verzinkten Dachrinnen und Abflussrohre glänzen.
Der Übergang zwischen Bettenhaus und OP-Zentrum ist überdacht.
Im Inneren sind Decken und Wände gestrichen.


Als wir ankommen herrscht In der Ambulanz sonntägliche Ruhe.
Dr. Alem kommt um uns zu begrüßen und händigt uns die Schlüssel aus.
Das Kunstharz für den Boden muß entladen werden, weil es in der Hitze, die im Container unter der Afrikanischen Sonne entsteht, leiden würde. Einer der Hauptgründe für unseren Kurzeinsatz.
Wir„sondieren zuerst die Lage“, dann schaffen wir in den Store-Räumen Platz für das Material aus dem Container.


Gegen 18:00 Uhr taucht Berket auf und bringt uns zum Hotel. Auf einen abendlichen Fußmarsch haben wir heute keine Lust.

Im Hotel gibt es zwei Überraschungen, erstens warmes Wasser zum Duschen und zweitens Besuch von Hartmut Lobeck mit Gattin.
Professor Lobeck ist schon seit ca 3 Wochen in Asmara und arbeitet in der Pathologie eine große Anzahl von Gewebeproben auf, die sich in den letzten Monaten angesammelt haben.
Seine Frau ist wie wir am Morgen in Asmara eingetroffen und zum ersten Mal in Eritrea.
Wir beschliessen im Pizza- und Spaghetti-House gemeinsam zu Abend zu essen und haben Glück, es gibt Fisch !
Der Red Snapper in Red Chilisauce ist ein echter Geheimtip.
Danach lassen wir den Abend bei Zibib und Whisky in der Lobby des Embasoira ausklingen.
Das besondere Flair und die Lockerheit dieser Lobby machen es aus, daß man ganz selbstverständlich neben alten Bekannten nette Leute anderer NGO`s trifft und sich immer interessante Gespräche entwickeln.

Montag 30.01.2017

Wir sind um 8:00 Uhr in der Klinik. Der Empfang durch das Team ist herzlich, man spürt echte Freude bei inzwischen guten Freunden.
Um 09:00 Uhr wird unser Container geöffnet. Dr. Alem, Dr. Simon und Dr. Habteab sind dabei. Nachdem der Zoll nichts zu beanstanden hat kann das Entladen beginnen.

Ohne die Hilfe von Berket, Haile, Adem und Yared und insbesondere eines Gabelstaplers kämen wir nicht weit.


Zwischendurch habe ich noch meinen Papierkrieg abzuarbeiten und kann es kaum glauben, aber am Ende des Vormittages habe ich alle Papiere beisammen, die bei der Deutschen Botschaft, beim Gesundheitsministerium, bei Dr. Habteab und Chefingenieur Nirayo zu besorgen waren.
Danach kann beim Entladen und Verstauen helfen.

Ein besonderes Problem besteht darin, daß die beiden riesigen Kisten mit den OP-Türen,
die je 900 kG wiegen, zuletzt eingeladen wurden, also ganz hinten stehen. An das davor gelagerte Kunstharz kommen wir kaum heran.


Mit unserem Gabelstapler können wir nur die erste Kiste langsam herausziehen. Damit sie beim Anheben nicht zurück kippt müssen sich 4 Mann auf den zum Stapler gelegenen Rand setzen.
An die zweite Kiste kommen wir mit dem Stapler nicht heran, sie muß später im Container geöffnet und abgebaut werden.
Das heißt aber, daß wir zunächst ca 50 große Eimer Kunstharz, sowie 30 Sack Estrich-Beton a 25 kg und diverse Kartons mit Kleidung, Decken, und Verbrauchsmaterial, die sich im vorderen Bereich des Containers befinden, über die Kiste hinweg nach draussen befördern müssen. Eine Sträflingsarbeit, auch da es im Container bereits sehr heiß ist.
Gut daß Yared mit dem Pickup da ist und wir das Material nicht ca 200 Meter weit zum Store tragen müssen.
Alles wird am dafür vorgesehenen Platz gelagert.


Anschließenden mache ich mit Nirayo einen Rundgang, bei dem wir eine to do-Liste für noch anstehende Arbeiten erstellen.

Zu diesen Arbeiten gehört auch ein Wanddurchbruch, so daß ein Durchgang zwischen Ambulanz und OP-Zentrum entsteht.
Der vorübergehende Einbau einer Trennwand im Flur ist unbedingt erforderlich um zu verhindern, daß Schmutz und Staub in die Ambulanz und den OP eindringen können.
Die riesigen Transportkisten für die OP-Türen bieten sich geradezu an und so sägen wir aus einer der Kistenwände eine 2,7 x 1,7 große Platte heraus, die nach dem Aufstellen eingeschäumt wird und damit nicht nur den ganzen Flur perfekt staubdicht abschließt, sondern auch unbefugten Zutritt verhindert.

Berket hat uns zum traditionellen Essen und zur Kaffee-Zeremonie nach Hause eingeladen.
Wir geniessen das schmackhafte Essen und den aromatischen Kaffee im Kreise der Familie.

Der Absacker in der Lobby ist obligatorisch, auch wenn wir hundemüde sind.

Dienstag 31. 01. 2017

Neben einigen Kleinigkeiten, die nebenbei erledigt werden können, wie zum Beispiel dem Absägen eines störenden Baumstumpfes unmittelbar neben dem Eingang zu unserem Containerlager, (auch Simon und einige andere einige Autofahrer werden sich freuen !) wollen wir heute eine der Zargen für die OP-Schiebetüren setzen.
Die Aktion gestaltet sich schwieriger als gedacht, zum einen wegen der Größe der Zargen, zum anderen aber insbesondere deshalb, weil die Wände der Türausschnitte so krumm sind.
An verschiedenen Stellen der Wände, aber auch am Boden müssen wir deshalb mit Meissel und Bohrhammer „nachbessern“.


Schließlich sitzt die Zarge dank Charlys Erfahrung und Professionalität so, wie sie sitzen muß
und kann eingeschäumt werden.
Diese Erfahrung ist wichtig für den Einbau der restlichen Zargen beim nächsten Einsatz.

Zu Abschluß gibt es dann noch eine Hiobsbotschaft !
Berket stellt zufällig fest, daß der Boden im OP 1 beim Begehen im Zentrum anders klingt als in der Peripherie.
Daraufhin klopft er mit einer Spachtel mühelos ein Handteller-großes Loch in den Estrich, das sich mit minimalem Aufwand erweitern lässt.
Unter der nur 2 - 3 cm dicken bröckeligen Estrichschicht kommt eine 5-10 cm dicke Lage von losem Asphalt-Split zum Vorschein ! Der schwere OP-Tisch würde sofort einbrechen !

Offensichtlich hat die von der eritreischen Regierung beauftragte chinesische Baufirma
in Ermangelung von genügend Estrich, das fehlende Volumen hauptsächlich durch losen
Split aufgefüllt und dann eine dünne Schicht Estrich darübergezogen.

Wir wollen uns garnicht vorstellen, was gewesen wäre, wenn der Kunstharz-Boden auf diesem Untergrund verlegt worden wäre.


Nirayo ist ziemlich sprachlos und entwickelt rasch eine vornehme Blässe.
Die Konsequenz lautet : der ganze Estrich muß entfernt und neu eingebracht werden. Zum Glück haben wir genügend Betonestrich vor Ort.
Nirayo wird alles Nötige in die Hand nehmen, da können wir sicher sein.

Wir verabschieden uns von unseren fleissigen Helfern Berket, Adem und Haile, sowie Alem, Simon und allen Mitarbeiterinnen und Freunden in der Ambulanz.

Zum Schluß kommt Dr. Habteab hinzu, der von sich aus noch die Reinigung des Geländes und die Fertigstellung der Aussenanlagen anspricht.

Wenn unser Team im März oder April wieder kommt um die Türen einzubauen, die Elektroarbeiten fortzuführen, OP-Leuchten und OP-Mikroskope zu befestigen und danach den Kunstharz-Bodens zu verlegen, sollen die Aussenanlagen fertig sein.

Auch unsere eritreischen Freunde realisieren zunehmend, was hier entsteht und lassen uns ihre Freude und Dankbarkeit spüren.
Besonders deutlich wird mir dies, als Dr. Habteab erklärt “this is not a clinik, it is a hospital“

Ein kurzer, sehr arbeitsintensiver aber erfolgreicher Einsatz geht zu Ende. Wir sehen allmählich unser Ziel vor Augen.


Medcare for People in Eritrea e.V.

Vorsitzender:

Prof. Dr. med. Eberhard Stennert

Geibelstraße 29-31

D - 50931 Köln
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Telefon: +49 221 47897002
Telefax: +49 221 47897010

Email: info@medcare-eritrea.org

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