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Medcare for People in Eritrea: Einsatz vom 3. März bis 9. März - Neuer 3-D-Volumen-Tomograph installiert


Eine wichtig Arbeit ist liegen geblieben bei unserem Einsatz im Dezember 2017: die Installation des 3-D-Volumentomographen. Das haben wir jetzt nachgeholt.

Teilnehmer

Dr. Ulrich Markmiller, HNO-Arzt, Charly Seibert Techniker, Werner Piroth Techniker, Waltraud Görg Anästhesieschwester, Katrin Muhl Journalistin, Jérôme Jouanno Techniker

Zweck unseres Einsatzes

  • Montage des 3-D-Volumentomographen
  • Verlegen des Kabels zur Anbindung des Tomographen an das SATMED - Netzwerk. SATMED ist eine satellitengestützte Kommunikationsplattform über die Nichtregierungsorganisationen (NGO) in Schwellen- und Entwicklungsländern Daten und Dienste aus den Bereichen Gesundheit, Gesundheitsmanagement und Bildung mit medizinischen Universitäten, Krankenhäusern und Gesundheitsmanagement-Einrichtungen austauschen können.
  • Verlegen von Wasserrohren im Behandlungszimmer des Bettenhauses zum Anschluß der Behandlungseinheit . Ausgestemmte Kanäle in Wand und Boden wieder mit Putz, Zement und Fliesen verschliessen.
  • defektes Kochfeld in der Küchenzeile des Personalraums austauschen.
  • Mikroskope in den Behandlungsräumen überprüfen. Defektes Mikroskop im Behandlungsraum von Dr. Simon reparieren.
  • Haken und Magnetleisten in der OP-Umkleide anbringen
  • Konzept für Schließanlage erstellen

Sondergepäck : Spezialwerkzeug, Wasserrohre, neues Kochfeld für die Einbauküche im Aufenthaltsraum in der Ambulanz, Narkosemittel Propofol, zu gleichen Teilen gespendet von der Apotheke und der Anästhesiepraxis im Elisenpalais

Es gibt nicht mehr viele Alternativen, Turkish Airlines und Emirates bieten ab Frankfurt keine echten Vorteile, Lufthansa fliegt Asmara schon seit einigen Jahren nicht mehr an.

Wir fliegen wieder mit Egyptair. Der Zwischenstop in Kairo dauert ca 4 Stunden, wobei nicht die Dauer des Aufenthaltes nervt, sondern die Tatsache, das wir innerhalb der Transitzone noch zwei Mal durch die Sicherheitskontrolle müssen. Die zweite Kontrolle findet im Gate statt, ist besonders gründlich und die Warteschlange deshalb besonders lang. Gürtel, Schuhe, Armbanduhr alles aus, Laptop, Handy, alles raus. Ausnahmslos alle werden gefilzt. Die Gepäckdurchleuchtung ist wirklich gründlich. Erstaunlich, was manche Zeitgenossen alles im Handgepäck haben. Der grosse Abfallbehälter neben der Schleuse füllt sich mit Feuerzeugen, Flüssigkeiten, Klebeband und und und ...

Wir kommen pünktlich um 03:00 Uhr in Asmara an. Die Passkontrolle ist nicht mehr so ätzend langsam wie früher, fühlt sich morgens um 03:30 aber immer noch wie eine Unendlichkeit an. Dafür ist das Gepäck schon da. Adem wartet in der Halle auf uns, wir sind längst Freunde und so ist auch die Umarmung. Das spüren auch Waltraud und Katrin, die zum ersten Mal in Asmara sind. Jetzt schnell ins Hotel, noch ein kaltes Bier, Wasserflasche nicht vergessen und sofort einschlafen.

Ob er überhaupt ankommen wird?

Es gibt Probleme bei der Beschaffung seines Visums. Jérome ist Franzose und kommt jetzt aus Helsinki, dem Firmensitz von "Planmeca", dem Hersteller unseres Volumentomographen. Es gibt in Finnland keine eritreische Botschaft. Dem Antrag auf Erstellung eines Visums wird von der zuständigen eritreischen Botschaft in Stockholm nicht rechtzeitig stattgegeben. Nach zahlreichen E-Mails und Telefonaten kann mit Hilfe von Dr. Habteab gerade noch rechtzeitig ein "Visum on Arrival" organisiert werden.

Wir sind froh, Jérôme mit einem Tag Verspätung beim Frühstück im Hotel begrüßen zu können. Ohne sein hochspezialisiertes Wissen wäre eine Installation des 3-D-Volumentomographen nicht möglich.

Was passiert eigentlich bei Stromausfall? Seitdem im letzten Jahr das zweite Elektrizitätswerk des Landes in Betrieb genommen worden ist, gibt es deutlich weniger Stromausfälle. Zum ersten Mal erleben wir eine ganze Woche ohne Stromausfall. Um Schaden am Rechner zu vermeiden, müssen wir dennoch eine Überbrückung einbauen, die bei Stromausfall sofort einspringt. In den wenigen Sekunden die verstreichen, bis das Notstromaggregat anspringt, könnten Datenverlust und die Zerstörung des Rechners drohen.

Nicht nur Dr. Alem und Dr. Simon freuen sich über den Volumentomographen, da er einen großen Gewinn an diagnostischer Sicherheit bei der Beurteilung der Ausdehnung von Tumoren, Verletzungen und Entzündungen im HNO-Bereich bringt. Auch andere Fächer wie zum Beispiel Neurochirurgie, Kieferchirurgie und Zahnheilkunde sowie Augenheilkunde werden von der neuen Technologie profitieren.

Unabhängig durch eigenes Wasserreservoir

16 Kubikmeter fasst unser HNO-eigenes Wasserreservoir, mit dem wir von der zentralen Versorgung des Orotta-Hospitals unabhängig sind.
Es gibt in Eritrea mittlerweile mehr als 100 Stauseen. Aus den hochgelegenen werden über im Land produzierte Rohrleitungen große Reservoire gefüllt. Sie sollen in Zukunft Leitungssysteme in den Städten speisen. Noch funktioniert die Versorgung über Tanklastzüge oft mehr schlecht als recht.

"Notfall" in der Küche

„Bei jeder Benutzung hätte es zum Brand kommen können“, schimpft Charly über die verkohlte Arbeitsplatte, die er beim Ausbau des defekten Kochfeldes entdeckt. Beim Einbau der Kochplatte war ursprünglich nicht genügend Platz für eine ausreichende Wärmeableitung und Belüftung gelassen worden. Um künftig einen Hitzestau zu vermeiden, hat Charly jetzt die Arbeitsplatte genügend weit ausgeschnitten und das neue Kochfeld eingesetzt.

Die Nüsse, die an Werners Geburtstag zu Kaffee, Kuchen und Popcorn gereicht werden, kann das Küchenpersonal endlich wieder rösten, ohne dass Rauch die Sicht in dem so kleinen Raum vernebelt. Wird stossen mit Kaffee an, der nach traditioneller Zeremonie zubereitet wird.

Kaum zu glauben

Wir entdecken zufällig die Quelle immer wieder auftretender Kurzschlüsse mit Auslösen des FI-Schalters im Bettenhaus. Beim Reinigen der Nasszellen schütten die Reinigungskräfte Wasser auf den Boden, aber auch gegen die gefliesten Wände, wobei die Steckdosen besonders intensiv "geflutet" werden. Unser mit Nachdruck vorgetragener Hinweis, dass dies gefährlich sei und unbedingt zu unterbleiben habe erzeugt absolutes Unverständnis und die ratlosesten Gesichter, die man sich vorstellen kann. Wenn kein FI-Schalter verbaut wäre ... lieber nicht daran denken. Einige Steckdosen können wir abdichten, andere entfernen wir ganz.

Kein Desinfektionsmittel im OP

In einem Container unserer Schwester-Organisation ArcheMed ist bereits vor etwa 3 Monaten eine Sammelbestellung an Desinfektionsmitteln im Orotta-Hospital angekommenen. Sie soll den Jahresbedarf der Kliniken unserer beiden Organisationen decken. Offensichtlich besteht in der HNO-Klinik ein Informationsdefizit: Weder in der Ambulanz, noch im OP entdecken wir die entsprechenden Desinfektionsmittel. Wir finden heraus: Das gesamte Material lagert in der Zentralapotheke des Orotta-Hospitals. Zum Glück gibt es eine detaillierte Bestellliste, die unsere Ansprüche dokumentiert. Die Desinfektionsmittel können nach Bedarf abgerufen werden, was jetzt umgehend geschehen soll.

Wo ist das Verbandmaterial

Zur Zeit warten wir noch auf einen weiteren ArcheMed Container, der sich mit 16 Euro-Paletten Verbandsmaterial auf dem Weg nach Asmara befindet. Drei Paletten sind für die HNO - Klinik bestimmt. Wir bleiben dran.

Kontakte pflegen

Nirayo, Sega und Baby

Wir begegnen wie immer nur freundlichen Menschen. Mit Nirayo, Chefingenieur des Gesundheitsministeriums, haben wir immer vertrauensvoll und zunehmend freundschaftlich zusammengearbeitet. Das gleiche gilt für seine Frau Zega, Mitarbeiterin in der Ambulanz. Die beiden haben kürzlich zum ersten Mal Nachwuchs bekommen. Um das Ereignis mit uns zu feiern, laden sie uns zum traditionellen Essen zu sich nach Hause ein. Wie ihr Baby heißt, verraten sie nicht. „Jungs können bis zu 40 Tage ohne Namen bleiben, dann werden sie getauft“, erklärt Nirayo.

Ihre Exzellenz Amina Nurhussein, Gesundheitsministerin des Staates Eritrea

Überraschend bekommen wir einen Gesprächstermin bei Ministerin Amina . Sie zeigt sich erfreut über Grüße von Prof. Stennert, die sie gerne erwidert. Das Gespräch findet in entspannter Atmosphäre bei einem Glas Tee statt. Sie spricht von sich aus die Notwendigkeit der Ausbildung junger Ärzte und Ärztinnen an und will uns diesbezüglich in besonderer Weise unterstützen. Auf unsere Einsätze zur Behandlung und Operation von Patienten kann auch nach der Fertigstellung der Klinik noch nicht verzichtet werden.

Dr. Andreas Zimmer, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Eritrea

Am Tag unserer Abreise sind wir noch zu einem Gespräch mit Dr. Andreas Zimmer in die deutsche Botschaft eingeladen. Wir übermitteln Grüße von Prof. Stennert, der leider nicht an der Reise teilnehmen kann. Dr. Zimmer hatte im Dezember an der feierlichen Eröffnung der Klinik teilgenommen und lobt ausdrücklich unsere bisherige Arbeit. Unsere Absicht, nach der Fertigstellung des Baues unseren Tätigkeitsschwerpunkt wieder aufs Operieren und künftig insbesondere auf die Ausbildung junger Ärzte und Ärztinnen zu legen, will er unterstützen.

Dr. med. Peter Schwidtal, Vorstand unserer "großen Schwester" ArcheMed

Peter Schwidtal und seine ArchMed-Gruppe ist in Istanbul hängen geblieben und trifft zwei Tage später als geplant in Asmara ein. Dennoch bleibt noch genügend Zeit und Gelegenheit zum freundschaftlichen Austausch über aktuelle Projekte und Möglichkeiten gegenseitiger Unterstützung. Themen sind u.a. ein Einsatz unserer Handwerker bei ArcheMed Projekten im Besonderen und eine engere Kooperation beider Organisationen im Allgemeinen. Dies wird in den nächsten Wochen und Monaten vorrangig voranzutreiben sein.

To-do-Liste für den nächsten Einsatz der Handwerker

  • Den in Hösbach bereitstehenden Container bis spätestens Mitte April beladen, sodass er rechtzeitig zum nächsten Einsatz im Juli vor Ort sein sollte.
    Inhalt des Containers: Edelstahl-Ausstattung für den Sterilisationsraum im OP-Zentrum, Ausrüstung für OP, zum Beispiel zwei Instrumentenwagen aus Edelstahl („stumme Schwestern“), Regale für den Umkleideraum,
  • Strahlenschutz für Patient und Untersucher im Volumentomographie-Raum anbringen.
  • Fliegengitter an allen restlichen Fenstern montieren.
  • Für die operative Ausbildung junger Ärztinnen und Ärzte müssen ein Monitor sowie am Operationsmikroskop ein Mitbeobachtertubus installiert werden.

Der nächste OP-Einsatz des Ärzte-Teams mit Prof. Markus Jungehülsing ist für Mitte Mai 2018 geplant. Zu den Aufgaben des Teams wird auch die Untersuchung der bis dahin für das DVT gesammelten Patienten gehören. Dies wollen wir verbinden mit einer intensiven Einweisung von Frau Dr. Alem in die Technik der Untersuchung mit dem 3-D-Volumentomographen.

Es gibt nach wie vor viel zu tun und wir benötigen nach wie vor Ihre Unterstützung.

U. Markmiller





Medcare for People in Eritrea e.V.

Vorsitzender:

Prof. Dr. med. Eberhard Stennert

Geibelstraße 29-31

D - 50931 Köln
Germany

Telefon: +49 221 47897002
Telefax: +49 221 47897010

Email: info@medcare-eritrea.org

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