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Überblick


Eritrea liegt in Ostafrika an der südwestlichen Küste des roten Meeres gegenüber Saudi Arabien und dem Jemen. Es grenzt im Süden an Äthiopien und Djibouti und im Westen und Norden an den Sudan.

Das Land hat ca 6 Millionen Einwohner

Etwa 52% Christen und 48% Moslems leben friedlich miteinander.

Verboten sind die u.a. Zeugen Jehovas und Sekten, die aggressiv missionieren.

Hauptstadt des Landes mit ca 600 000 Einwohnern ist Asmara auf einer Hochebene in 2300 m Höhe gelegen und nur ca 70 km Luftlinie entfernt vom roten Meer und der Hafenstadt Massawa.

Das Hochland fällt auf kurzer Strecke steil ab zu den dünn besiedelten Lowlands am Roten Meer. Über diese Steilstufe schlängeln sich zwei Asphalt-Strassen in beeindruckenden Serpentinen. Sie tauchen ein in eine dicke Wolkendecke, die sich über dem Roten Meer. Zwischen den hohen Bergzügen Eritreas und des Jemen bildet und eine Zone tropischen Feuchtwaldes entstehen lässt. Die 2000 Höhenmeter hinab zum Roten Meer überwindet auch eine noch von den Italienern gebaute Schmalspur-Eisenbahnstrecke mit atemberaubenden Tiefblicken und Dutzenden von Tunnels. Eine Meisterleistung italienischer Ingenieure, gebaut von Eritreern und heute eine Attraktion für Eisenbahnfreaks aus der ganzen Welt.

Obwohl Eritrea eines der ärmsten Länder der Erde ist, gilt seine Hauptstadt Asmara als die schönste Stadt Afrikas

Von Palmen gesäumte breite Boulevards und mehr als 400 von der italienischen Kolonialmacht in den 30er Jahren errichtete Gebäude der klassischen Moderne bilden ein Gesamtkunstwerk, ein Kleinod, das 2018 in die Unesco-Liste des Welt-Kulturerbes aufgenommen werden soll. Nur der Welterbe-Status könnte den weiteren Verfall aufhalten.

Abriß der Landesgeschichte

Während mehr als 3000 Jahren lebten die Menschen in Eritrea unter fremder Herrschaft . Zeitweilig waren sie den Ägyptern und dem Osmanischen Reich unterworfen. 1890 begann die italienische Kolonialherrschaft. Sie dauerte 50 Jahre und endete im 2. Weltkrieg mit dem Sieg der Engländer über die Italiener im April 1941. In der Epoche der Entkolonialisierung wurde Eritrea nicht in die Unabhängigkeit entlassen, sondern 1950 auf Beschluß der UNO als „autonome Einheit“ mit Äthiopien vereinigt. Schon bald begann Äthiopien die Autonomie Eritreas Stück für Stück aufzuheben, beispielsweise durch

• Herabstufung der autonomen Regierung zu einer Verwaltungsbehörde

• Verbot der eritreischen Amtssprachen

• Abschaffung der Nationalflagge und schließlich

• 1961 Besetzung und völkerrechtswidrige Annexion als 14. Provinz Äthiopiens, ohne daß die VN protestierten.

Im Zuge dieser “Äthiopisierung„ wurden den Eritreern erneut alle Rechte genommen.

Noch im gleichen Jahr 1961 begann der bewaffnete Widerstand und die Eritreische Befreiungsfront ELF ( ab 1970 EPLF ) wurde gegründet. Es kam es zu einem 30 Jahre dauernden Guerilla - Befreiungskrieg, dem längsten in der Geschichte Afrikas. Äthiopien erhielt zeitweise Unterstützung von sowjetischen, kubanischen, israelischen und amerikanischen Truppen und Militärberatern, konnte die Befreiungsbewegung aber nicht aufhalten. Nach dem für unmöglich gehaltenen Sieg des kleinen Eritrea fand im April 1993 ein Referendum statt, in dem 99,8 % für die Unabhängigkeit stimmten. Im Mai 1993 wurde die Unabhängigkeit proklamiert.

1998 nur 5 Jahre später erklärte Äthiopien Eritrea nach einem Grenzzwischenfall erneut den Krieg. Im Dezember 2000 nahmen beide Seiten einen von Algerien ausgearbeiteten Friedensplan an und es folgte in Algier der Abschluß eines 2. Friedensvertrages.

Wegen des immer noch umstrittenen Grenzverlaufs legte das internationale Schiedsgericht in Den Haag 2002 eine Grenzziehung zwischen beiden Ländern fest. Diese Entscheidung der Grenzkommission der VN akzeptierte Äthiopien jedoch nicht und brach im April 2003 erneut den Friedensvertrag. Es besetzt bis heute eritreisches Territorium und verstößt damit gegen internationales Recht. Deshalb sieht sich das kleine Eritrea mit etwa 6 Millionen Einwohnern gezwungen weiterhin eine schlagkräftige Armee vorzuhalten, um gegenüber dem mächtigen Äthiopien mit über 90 Millionen Einwohnern standhalten zu können.

Zur Verteidigung und zum Wiederaufbau des im Krieg zerstörten Landes, werden nach wie vor alle Kräfte herangezogen, was im so genannten National Service praktisch verwirklicht ist. Zum National Service gehört auch der Militärdienst.

In Sawa, nahe der Grenze zum Sudan absolvieren die jungen Menschen das letzte Jahr der Schulausbildung und bekommen gleichzeitig die militärische Grundausbildung. Die Besten können danach ein Studium beginnen, die anderen gehen zurück nach Sawa und erlernen einen Beruf. Im Rahmen des National Service arbeiten sie dann, bei nur sehr geringer Entlohnung, in ihrem Beruf, können aber auch an anderer Stelle eingesetzt werden, beispielsweise in sozialen Diensten oder bei der Terrassierung und Wiederaufforstung des Landes. Nur ca 30 Prozent gehören der Armee an.

Seit 2009 ist Eritrea von Sanktionen belegt, weil es angeblich die Terrormiliz Al Shabaab in Somalia unterstützt hat. Die Sanktionen dauern an, obwohl UN-Botschafter längst festgestellt haben, daß es für diese Vorwürfe keinen Anhalt gibt.

Die negativen Erfahrungen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit haben zu einem tiefen Misstrauen gegenüber allem was von aussen kommt und zur Selbstisolierung geführt. Es gilt die Staatsdoktrin der „Selfreliance“ = Eigenverantwortlichkeit ( verlass Dich auf niemanden - hilf Dir selbst ) Die Selbstisolierung hemmt eine raschere Entwicklung der Wirtschaft.

Zwar hat das Land große Vorkommen an Gold, Kupfer, Zink, Silber und Pottasche, hat aber erst begonnen, sie abzubauen. Es gibt nur wenige ausländische Unternehmen im Land, da nur Verträge geschlossen werden, laut denen 40 % der Rohstoffe im Land bleiben müssen.

Fehlende Zukunftsperspektiven und der zeitlich unbegrenzte National Service sind die Hauptgründe, die eine große Zahl junger Menschen veranlassen, ihrem Heimatland den Rücken zu kehren.

„Medcare for People in Eritrea e.V.“ - Das HNO - Projekt

Prof. Dr. Eberhard Stennert, damals Ordinarius der HNO - Universitätsklinik in Köln hatte um die Jahrtausendwende in seiner Klinik schwer verwundete eritreische Freiheitskämpfer behandelt, die zur medizinischen Versorgung nach Deutschland gebracht worden waren. Als er einer Einladung folgend 2004 erstmals das Land bereiste, fand er eine bedrückende Situation vor.

Für ca 6 Millionen Menschen gibt es bis heute im ganzen Land nur zwei eritreische HNO - Fachärzte Dr. Alem Teclu und Dr. Simon Haile

Beide waren als Freiheitskämpfer viele Jahre an der Front und haben große Erfahrung in der Kriegschirurgie. Sie erhielten zudem an namhaften Kliniken in Deutschland und der Schweiz (Tübingen, Stuttgart, Karlsruhe, Genf) eine hervorragende Ausbildung in der HNO-Heilkunde. Ihre Möglichkeiten waren aber durch die extrem ärmlichen Bedingungen, unter denen sie in Eritrea arbeiten mussten stark eingeschränkt.

Angesichts dieser katastrophalen Versorgungslage gründete Prof. Stennert mit 8 weiteren HNO-Ärzten 2005 den gemeinnützigen Verein “Medcare for People in Eritrea e.V.“ Zu den Gründungsmitgliedern gehören mehrere emeritierte aber auch noch aktive Ordinarien und Chefärzte. Der Verein hat zur Zeit etwa 30 Mitglieder.

Zweck des Vereins ist die Verbesserung der HNO - ärztlichen Grundversorgung der Bevölkerung in Eritrea

Die drei Schienen unseres Engagements sind :

Bau eines Hospitals

• regelmäßige Entsendung von Teams von Ärzten und Schwestern

Ausbildung von eritreischen Fachärzten und Hilfskräften


Das Gesamtkonzept des Hospitals umfasst :

eine Ambulanz

ein Bettenhaus inclusive Unterrichtsräumen

ein OP- Zentrum mit zwei OP- Räumen

Die eritreische Regierung unterstützt uns u.a. indem sie die Baugrundstücke für unsere Projekte zur Verfügung stellt , die Überlandtransporte der aus Deutschland kommenden Container übernimmt und völlig unproblematisch die Zollformalitäten abwickelt. Das Fehlen jeglicher Korruption hat bisher unsere Arbeit sehr erleichtert.

Ambulanz und Bettenhaus sind Neubauten. Für das OP - Zentrum wollen wir ein aus der italienischen Kolonialzeit erhaltenes Gebäude mit 60 cm dicken Wänden und 5 m hohen Räumen umbauen.

Es ist vertraglich vereinbart, dass von eritreischer Seite die Rohbauten erstellt werden und Medcare den gesamten Innenausbau sowie die Ausstattung mit den medizinischen Geräten und Instrumenten übernimmt.

Dank einer großzügigen Spende von „Bild hilft“ “Ein Herz für Kinder“ sowie durch private Spenden und durch die Unterstützung seitens der Industrie konnte 2010 als erster Bauabschnitt, die Ambulanz, fertiggestellt werden. Sie ist mit neuwertigen medizinischen Gerätschaften ausgestattet, enthält drei Untersuchungs- und Behandlungsräume, eine Audiometrie mit großer Hörkabine sowie einen hochwertig ausgestatteten OP für kleine und vorwiegend ambulante Eingriffe. Im November 2010 fand die feierliche Einweihung im Beisein des Deutschen Botschafters, mehrerer eritreischer Minister und des staatlichen eritreischen Fernsehens statt.

Das alles wäre nicht möglich gewesen ohne die Hilfe unsere großen Schwester, der seit vielen Jahren in Eritrea engagierten Hilfsorganisation “ArcheMed - Ärzte für Kinder in Not e.V.“ , deren Handwerker und Techniker uns in freiwilligen Einsätzen entscheidend unterstützt haben.

Seit der Einweihung der Ambulanz reisen in regelmäßigen Abständen Teams von Ärzten, OP - Schwestern und Technikern nach Asmara. Die Aufenthalte dauern meistens 1-2 Wochen. Patienten, die von unseren eritreischen Kollegen nicht selbst operiert werden können, werden gesammelt, am Tag unserer Ankunft vorgestellt und untersucht und in den folgenden Tagen operiert

Ende 2014 signalisierte uns die Eritreische Regierung, daß mit dem Rohbau des Bettenhauses begonnen soll. Gleichzeitig mussten wir erfahren, dass uns ArcheMed wegen eigener Bauvorhabens, dem Bau einer Geburtshilfe und Gynäkologie in der Peripherie des Landes, zu diesem Zeitpunkt keine Handwerker zur Verfügung stellen konnte. Eberhard Stennert und einige andere Freunde sahen zunächst keine andere Möglichkeit, als den Beginn der Arbeiten am neuen Bettenhaus auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Die zugesicherten Spendengelder von „Bild Hilft“ würden dann wahrscheinlich verfallen.

Glücklicherweise bildete sich in Aschaffenburg und Umgebung viel schneller, als wir es erhoffen konnten ein Netzwerk von Handwerkern, ein 15 Mann starkes Team von Fachleuten der am Bau wichtigsten Gewerke, zuverlässig und äusserst motiviert, die bereit waren, ihren Urlaub und ihre Freizeit für unsere gemeinsame gute Sache zu opfern. Sie haben in Eigeninitiative die in Eritrea gar nicht, oder nur in minderer Qualität erhältlichen Materialien für Trockenbau, Sanitär, Elektrik, Fliesen u.a., teils als Sachspenden, teils mit erheblichen Preisnachlässen organisiert, die Container beschafft und beladen und den zeitgerechten Transport nach Asmara sichergestellt.

Im Laufe des Jahres 2015 reisten mehrfach Gruppen Handwerker-Teams nach Asmara, um Abwasserrohre sowie Leerrohre für Elektro- und Wasser-Leitungen zu verlegen und Trockenbau -, Fliesen -, Elektro -, Sanitär - und Maler - Arbeiten auszuführen.

Anlässlich des Besuchs des Bundesministers für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Eritrea im Dezember 2015, ergab sich die Gelegenheit, ihm das HNO-Projekt vorzustellen. Der Minister zeigte Interesse und Gefallen an dem Projekt und äusserte spontan die Aufforderung, einen Antrag auf Förderung beim BMZ zu stellen, den er persönlich unterstützen wolle. Durch die in der Folge erfahrene großzügige Förderung durch das BMZ sowie weitere Spenden seitens der Industrie und private Zuwendungen wurde es möglich, das Projekt im Verlauf der Jahre 2016 und 2017 fertigzustellen.

Am 05. Dezember 2017 konnte Herrn Prof. Stennert gemeinsam mit dem ganzen Team in Anwesenheit der eritreischen Gesundheitsministerin Frau Amina Nurhussein, und weiterer Minister des Landes, sowie des Deutschen Botschafters in Eritrea, Herrn Dr. Zimmer im Beisein des eritreischen Fernsehens die Eröffnung der Neuen HNO-Klinik in Asmara feiern.

Zu den zahlreichen Gästen der Inauguration zählte auch Herr Prof. Sylvain Lacroix aus Lausanne, der in Begleitung des Schweizer Fernsehens erschien. Prof. Lacroix hielt sich bereits 1984 während des Krieges in Asmara auf um zu operieren und junge Ärzte auszubilden. Die damals geschlossenen Freundschaften sind bis heute sehr lebendig.

Bis auf wenige Details ist die Klinik nun fertiggestellt, was keineswegs bedeutet, dass unsere Arbeit damit beendet ist.

In Zukunft gilt unsere Aufmerksamkeit und Anstrengung einerseits der Wartung und Erhaltung der Gebäude und Gerate und andererseits der Behandlung und Operation unserer Patienten, sowie in besonderer Weise der Ausbildung junger HNO-Ärztinnen und -Ärzte.

Weitere Informationen mit vielen Bildern finden Sie im „Menue“ unter der Überschrift „Unser Projekt“ - Die neue HNO-Klinik in Asmara - Chronologie des Klinikbaues

Dr. Ulrich Markmiller












Medcare for People in Eritrea e.V.

Vorsitzender:

Prof. Dr. med. Eberhard Stennert

Geibelstraße 29-31

D - 50931 Köln
Germany

Telefon: +49 221 47897002
Telefax: +49 221 47897010

Email: info@medcare-eritrea.org

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Als gemeinnütziger Verein sind wir befugt, Spenden-Quittungen auszustellen.
Finanzamt Köln-West Steuer-Nr. 223 / 5913 / 0337
Vereinsregister des Amtsgerichts Köln Nummer: VR 14987


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